Arbeitsweise
In der klassischen Psychoanalyse arbeiten Patientin/Patient und Psychoanalytikerin/Psychoanalytiker drei bis viermal in der Woche zusammen. Diese intensive Arbeitsweise wie auch das Liegen auf der Couch erleichtern es, die Einfälle und Gedanken unzensuriert aufkommen zu lassen und auszusprechen und fördern die Konzentration auf psychische Vorgänge, die im Alltag oft unbemerkt bleiben, aber immer wieder das Denken und Handeln bestimmen. Diese zeigen sich unvermeidlich auch in der Beziehung zur Psychoanalytikerin und sind in diesem Rahmen der Beobachtung und Bearbeitung zugänglich. Die Psychoanalytikerin kann Spuren solcher unbewussten Konflikte im Gespräch erkennen und beschreiben, wie sie sich in der Situation wieder zeigen. Sie hilft mit ihren Deutungen, sie mit der Zeit in einem grösseren Zusammenhang zu sehen.
Die Psychoanalyse ist kein schnelles, sondern im Gegenteil ein „entschleunigendes“ Verfahren. Das steht im Gegensatz zu den Anforderungen des Alltags, in dem alles immer schneller geschehen sollte. Dieser Kontrast kann als störend, aber auch als Erleichterung empfunden werden. Die über lange Zeit entstandene innere Welt eines Menschen mit ihrer ganz spezifischen Beschaffenheit und den zugehörigen Beziehungsmustern verändert sich nur langsam. Neuere wissenschaftliche Untersuchungen scheinen der langen Erfahrung der PsychoanalytikerInnen Recht zu geben, dass die in der psychoanalytischen Arbeit erreichten Veränderungen psychischer Struktur nachhaltig sind.